9.8. Die Königskammer und ihr Geheimnis

Die Königskammer hat schon immer auf die Menschen, die sie je gesehen haben, einen besonderen Reiz ausgeübt. Sie ist eine geräumige Kammer, die aus Rosengranit besteht. Die Platten der Wände und des Fußbodens sind maschinengenau zugeschnitten und überall mit nur einer feinen, kaum sichtbaren Linie aneinandergefügt, so daß nicht einmal eine Rasierklinge dazwischenpaßt. Die Decke besteht aus glatten Granitbalken, die quer über die Kammer gelegt sind und ebenfalls „nahtlos“ aneinanderpassen.

Als sich der Kalif Al-Ma’mun um 820 gewaltsam Eingang in die Pyramide verschaffte, war sein wichtigstes Ziel die Königskammer. Aus alten Überlieferungen und Schriften, die den Arabern vermutlich bei einem früheren Ägyptenfeldzug um 640 n. Chr. in die Hände gefallen waren, war ihm zu Ohren gekommen, daß in der Cheops-Pyramide bedeutsame Schätze verborgen sein sollen, die er unbedingt finden wollte. Man muß annehmen, daß es in diesen Schriften auch einen Hinweis über die ungefähre Lage des Eingangs gegeben haben muß. Trotz umfangreicher Suche war dieser aber nicht zu finden. Bedenkt man, daß die Gangbreite von 2 KE lediglich rund 0,11% des gesamten Umfanges ausmacht, ist es ohne genaue Kenntnis praktisch unmöglich, auf das innere Gangsystem zu stoßen. Aber er ließ auf der Nordseite der Pyramide im Bereich der Hauptachse – unweit vom verborgenen Eingang, ohne es zu ahnen – die Verkleidung durchbrechen, um einen Gang in das Innere zu treiben. Diese Arbeit war extrem schwer, und es müssen große Zweifel bestanden haben, ob man je in das Innere gelangen wird. Es ist nicht überliefert, wie lange die Arbeiten gedauert haben. Schließlich jedoch war sie von einem ersten Teilerfolg gekrönt, als der Krach eines Steins, der im Inneren herabfiel, den Weg zum absteigenden Gang wies, den sie dann auch entdeckten. Dieser führte aber nur in die Tiefe. Schließlich entdeckten Al-Ma’muns Arbeiter den Ansatz für den aufsteigenden Gang, der aber mit Blöcken aus Rosengranit versiegelt war. Trotz aller Mühen gelang es nicht, diesen „Pfropfen“ aus härtestem Gestein zu zerstören, so daß über diese Blockade mit einem Umweg umgangen werden mußte. Erst dann gelang es Al-Ma’mun, in das obere Hauptsystem der Cheops-Pyramide zu gelangen. Aber auch dort wurde ihm der Weg versperrt, denn der weitere Durchgang zur Königskammer war durch drei abgesenkte gewaltige Steinblöcke innerhalb der Vorkammer verhindert. Auch dieses Hindernis wurde von Al-Ma’mun durch Zerstörung beseitigt. Als Petrie in den Jahren 1881 bis 1883 in den Pyramiden seine Messungen durchführte, lagen in diesem oberen Teil des Gangsystems noch viele Steinbruchstücke herum. Er bemerkte dazu, daß diese wohl kaum von außen hinein getragen worden seien, sondern von den Zerstörungen der Hindernisse herrühren müssen.

Nachdem Al-Ma’mun nun endlich die Königskammer betreten konnte, kann man sich sehr gut vorstellen, daß er anfangs etwas ratlos vor dem Sarkophag stand, dessen Deckel seine Gefolgsleute keinen Millimeter anheben konnten. Der Grund hierfür ist ganz einfach. Der aus Rosengranit bestehende Sarkophag war so glatt poliert, daß man zwischen Deckel und Unterteil die Fuge kaum sehen konnte. Man hatte keine Chance, mit einem Meißel irgendwo in die Fuge einzudringen, um über einen Hebel den Deckel anzuheben. Obendrein muß dieser Deckel ca. 1,9 Tonnen gewogen haben, so daß Al-Ma’mun nichts anderes übrig blieb, als das zu veranlassen, was seine Helfer konnten: mit Gewalt den Sarkophag zu öffnen.

Es war nicht zu erwarten gewesen, daß der Kalif ein besonderes Interesse an der Königskammer als Konstruktion gehabt hätte, zu sehr war er auf das Finden von Schätzen aus. Er wird mit Sicherheit nicht festgestellt haben, daß die Umfassungswände aus 100 Steinen bestehen und der Fußboden aus 20 Steinplatten. Zusammen also 120 Steine. Die Decke besteht aus 7 mittleren Deckenplatten, die nur unwesentlich verschieden breit sind; hinzu kommen die beiden Randplatten an der Ost- und Westseite, die ungefähr halb so breit sind wie die anderen. Diese absichtliche Planung sollte bewirken, daß ohne die Deckenrandsteine die Zahl 127 in Erscheinung tritt, aber auch mit der Anzahl der Steine des Fußbodens die Zahl 27. Der nächste abzuleitende Sinn war die alleinige Betrachtung der Decke, die mit den beiden halben Randsteinen insgesamt also 9 Steine aufweist.

Die Geometrie war zu Al-Ma’muns Zeit kein Gegenstand von besonderem Interesse, dafür war die Zeit noch nicht reif. Erst viel später, als die Wissenschaft von einer „Ägyptomanie“ befallen wurde, änderte sich das. Petrie gab sich als erster sehr viel Mühe, die Maße der Königskammer so exakt wie möglich zu ermitteln.

Er stellte auch fest, daß die Kammer einen Hauch geneigt ist; von der Ost- in Richtung Nordseite und dort wiederum in Richtung Südseite. All diese winzigen Abweichungen von einer idealisierten Linie notierte er sorgfältig und bemerkt dazu, daß die Abweichungen ein Resultat der Zeit und der Erdbeben sei. Diese Feststellung ist deswegen so interessant, weil offenkundig auch der absteigende und der aufsteigende Gang von der idealisierten Linie abweichen.

Vorerst geht es um die Königskammer, deren durchschnittliche Ausdehnung Petrie (in Zoll) wie folgt angab:

        Länge Nordseite: 412,40’’        =                1.047,4960 cm        =       20,0056... KE

        Länge Südseite:   412,11’’       =                 1.046,7594 cm        =       19,9915...KE

        Durchschnittliche Länge                               =    19,9985... KE

 

        Breite Ostseite     206,29’’        =                523,9766 cm =       10,0071... KE

        Breite Westseite  205,97’’         =               523,1638 cm =       9,9916... KE

        Durchschnittliche Breite                               =    9,9993... KE

Auf der Grundlage dieser Maße ist man sich weltweit einig, daß die Grundfläche der Königskammer 10 × 20 = 200 KE² beträgt. Viel schwieriger war es für Petrie, die Höhe zu bestimmen.

Abbildung 89: Die bisherige Theorie zur Geometrie der Königskammer

Über die Königskammer sagt die offizielle Lehrmeinung, daß ihre Geometrie über drei pythagoreische Dreiecke bestimmt wird. Diese Aussage kann man für die Länge und Breite mit Sicherheit gelten lassen, wo die Proportion „2“ für 10 KE und die Proportion „4“ für 20 KE steht. Für die Höhe und Diagonale ist ein Zweifel berechtigt. Die bisherige Annahme führt über die mathematische Relation von 5× zu einer Höhe von 585,4025... cm oder 11,18033... Königsellen. Dieser Zahlenwert entspricht  einer irrationalen Zahl. Die bisher von den Forschern und mir gemessenen Werte liegen dagegen in einem Bereich von ca. 580,6 bis 584 cm. Eine Herleitung der Planhöhe über die gegenwärtige Höhe ist demzufolge nicht möglich, weil auch viele Einflußfaktoren wie Erdbeben, Senkungen des Fußbodens und Veränderungen im Fußboden durch wissenschaftliche Untersuchungen und Grabungen durch Schatzsucher die ursprüngliche Höhe beeinflußten.

Betrachtet man die mythischen Aspekte der damaligen Zeit, sind 11,18033... KE als Planwert auszuschließen, weil diese Zahl im Sinne der altägyptischen Mythologie nichtssagend ist und sich auch nicht als Bruch darstellen läßt. Unter Beachtung der tatsächlich vorhandenen Meßwerte und unter Einbeziehung der heiligen Geometrie erkannte ich, daß der ursprüngliche Planungswert kleiner als der bisher angenommene Wert sein muß. Die weiteren Untersuchungen führten schließlich zu einer Höhe von 11,1 KE, die in unserem Maßsystem 581,196 cm entsprechen.

 

Abbildung 90: Die Planmaße der Königskammer

Dieser Wert führt zu folgenden „Nachfolge-Ergebnissen“:

·        Flächeninhalt Stirnseite:      111 KE² =   3 × 37

·        Flächeninhalt Längsseite:    222 KE²  =   6 × 37

·        Flächeninhalt aller 4 Wände:              666 KE² =        18 × 37

·        Volumen Königskammer: 2220 KE³  = 60 × 37

Diese Werte sind bereits auf den ersten Blick beeindruckend, da hier in jeder Zahl 3 mal dieselbe Ziffer vorkommt und jede Zahl zusätzlich ein Produkt der Zahl 37 bildet. Auf diesem Wege wird nicht nur die altägyptische Trinität der Götter bildhaft in Zahlen zum Ausdruck gebracht, sondern auch der Wunsch, sich mit dem Göttlichen zu verbinden. In der Mythologie weist gerade die Zahl 37 auf die sogenannte „Unio Mystica“ hin, die geheimnisvolle Vereinigung der Seele mit Gott oder, im altägyptischen Sinne, mit den Göttern.

Mit der Höhe von 11,1 KE ist gleichzeitig die Hauptsymbolik der damaligen Einweihung ausgedrückt. Jede 1 steht für das Erreichen der Meisterschaft auf den drei Wegen des Osiris, der Isis und des Horus, die im 11, 22 und 33. Grad erreicht wurde.

Mittlerweile hat sich die Erkenntnis erhärtet, daß die Planer der Cheops-Pyramide die Herkunft der Maßsysteme kannten, weshalb sie auch mit deren Umrechnungsfaktoren arbeiteten. Die sogenannte Sternenmathematik, die deutlich mit mystischen Inhalten verknüpft ist, zeigt auch hier ihre besonderen Eigenschaften. Das Dezimalsystem als kosmisches Informationssystem enthüllt gerade bei der Höhe der Königskammer noch zusätzliche Effekte, wenn man die theosophische Reduktion einbezieht. Das soll an Hand der in Zentimeter umgerechneten 11,1 KE Höhe demonstriert werden:

11,1 KE = 581,196 cm

a)     5+8+1 = 14; 1+9+6 = 16; 14 +16 = 30

Die Addition der Einzelziffern ergibt vor dem Komma 14, nach dem Komma 16. Das ist die Folge, die wir bei 6 KE = 3,14 16 nach dem Komma kennen und die hier, im speziellen Fall der Höhe der Königskammer, zu dem Wert 30 führt, der Suche nach der kosmischen Ordnung bedeutet.

b)    5+81 = 86; 19+6 = 25; 86 + 25 = 111

Die Addition in Zweiergruppen führt zum 10-fachen Zahlenwert der Höhe in KE! Der Wert wirkt wie eine Bekräftigung der beschriebenen Erkenntnis über die neu definierte Höhe. Über diese Zahl wird der zukünftige Weg beschrieben: Durch das Anerkennen einer göttlichen Trinität (1-1-1), die in starkem Maße durch Osiris, Isis und Horus gesetzt war, wird der mit kosmischem Wissen ausgerüstete Einzuweihende seine zukünftigen Aufgaben mit der Kraft des Geistes lösen.

Und zuletzt

c)     581 + 196 = 777

Diese Zahl ist erneut bemerkenswert. Was hier steht, ist nichts anderes als die Hauptaufgabe des Einzuweihenden: 700 + 70 +7 = neue Wege beschreiten in Gottvertrauen, sich geistig erneuern und sich durch göttliche Kräfte leiten lassen in dem Bestreben, im Irdischen den Menschen zu dienen und nicht umgekehrt: die Menschen den eigenen Vorteilen dienen lassen.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie die Sternenmathematik das verborgene Wesen von Zahlen enthüllt, die in Bauwerken allein durch ihre Maße zum Ausdruck kommen. Mit Erstaunen wird mancher Leser registrieren, daß die Summe aller 4 Wandflächen (die Fläche des Eingangs bleibt unberücksichtigt) die viel diskutierte Zahl 666 ergibt. Im Abschnitt 3.3. wurden zu dieser Zahl bereits Erläuterungen gegeben. Hier soll nochmals betont werden, daß in der Mythologie, aber auch der Sternenmathematik, Zahlen unter polaren Aspekten betrachtet werden müssen. So wie eine Temperatur von minus 20°C nicht das gleiche ist wie plus 20°C, gilt es für die 666 ebenfalls. Der Weg durch die Pyramide, der mit einer Eingangshöhe von 666 Zoll beginnt, endet in der Königskammer mit der gleichen Zahl, wenn auch in einer anderen Maßeinheit. Das hohe Ziel der Einweihung, einen Bewußtseinssprung zu erzielen, ist ein untrennbarer Bestandteil der plus 666. Erstaunlicherweise ist das Ziel in dieser Zahl auf eine ganz bestimmte Weise verborgen. Ermittelt man zum Beispiel für 666 cm die Länge in Königsellen, erhält man den Wert 12,719633 KE. Das ist eine Ziffernfolge, die mit der 1-2-7 beginnt, hinter der sich jene Zahl verbirgt, die mit Bewußtseinsinhalten verknüpft ist. Hinzu kommt, daß 666 die Summe der Zahlen von 1 bis 36 ist: 1 + 2 + 3 + 4 + …+ 35 + 36 = 666.

Der Eingang mit 2 × 2,1 = 4,2 KE² wurde natürlich so gewählt, daß er eine zur Situation passende Proportion bildet, was die Rechnung zeigt.

Nun besitzt die Königskammer Seitenwände, die mit 111 KE² und 222 KE² ebenfalls attraktive Zahlenwerte aufweisen. Bei meinen Untersuchungen ist  mir aufgefallen, daß die Zahl 666 auf sehr verborgene Weise auch diese beiden ersten Werte  erzeugen kann. Addiert man alle Zahlen von 1 bis 666 zusammen, erhält man ein Ergebnis, welches 222 111 lautet! Beim Anblick dieser Zahl fehlten mir auf Anhieb die Worte, weil es an das Unfaßbare grenzt, daß die Königskammer nach Prinzipien aufgebaut ist, die einen solchen verborgenen Effekt besitzt. Daher wird es Zeit, auf die Zahlen 111 und 222, welche die Größe der Wandflächen dieser Kammer bestimmen, hinsichtlich ihrer Qualität einzugehen.

·        111: Diese Zahl ist insofern von höchster Bedeutung, weil die dreifache 1 verschiedene Inhalte verkörpert. Zum einen versinnbildlicht sie auch die Trinität Gottes in der christlichen Lehre ebenso wie die Trinität der ägyptischen Götter. Im Sinne der Einweihung weist sie auf die dreifache Meisterschaft hin, die mit der Öffnung des dritten Auges ihren Abschluß findet. Der Eingeweihte ruht trotz seiner meisterlichen Fähigkeiten und seines meisterlichen Wissens in sich. Wir werden noch sehen, dass der Einweihungsweg in der Königskammer 111 KE lang ist und dass dort weitere Eigenschaften hinzukommen. 

·        222: Diese Zahl steht unter dem Stern der Erkenntnis, die zunehmend höhere qualitative Formen annimmt. Es ist das Begreifen, daß jeder Mensch aus der „Einheit“ kommt. Aber nicht nur das: Alles entstammt der Einheit, ob chemisches Element, Mineral, Pflanze oder jegliche andere Lebensform. Dazu zählen auch Lebensformen in höheren Schwingungsformen, die sich unseren Sinnen entziehen. Das Begreifen und Erkennen umfaßt auch das Wissen kosmischer Zusammenhänge und schließt unser wissenschaftliches Wissen in aktualisierter Form mit ein. Das Gesamtvolumen der Königskammer mit 2220 KE³ erweitert die Gesamtbedeutung um die Null: Diese Erkenntnisse sind nur möglich, wenn man sich mit den Hochfrequenzen göttlicher Energien verbindet.

Mit diesen beeindruckenden Ergebnissen ist nicht mehr an der Richtigkeit der neu bestimmten Höhe für die Königskammer zu zweifeln. Selbst Ägyptologen kommen nicht umhin festzustellen, daß die Cheops-Pyramide ein Meisterwerk ist. Dieses Prädikat steht ihr aber nicht nur wegen ihrer Präzision in der Baudurchführung zu, sondern in erster Linie wegen ihres in Stein manifestierten Wissens.

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Nach all diesen Ausführungen ist zu erwarten, daß auch der Sarkophag mit seiner Struktur dem Konzept der Einweihung – unter dem Aspekt der Anwendung heiliger Geometrie – untergeordnet ist. Der in ihm verborgene Code, der als nächstes enthüllt wird, unterstützt die bisherigen Aussagen und Erkenntnisse nicht nur deutlich, sondern gleich massiv. Die früheren Versuche anderer Forscher, diesen Code zu enthüllen, scheiterten vor allem an der primären Auffassung, man müsse stets „runde“ Werte in einer nicht bekannten Maßeinheit finden. Das Rätsel liegt aber in einer ganz anderen Form versteckt, als bisher vermutet wurde. Dieses Rätsel ist nur zu lösen, wenn man akzeptiert, daß auch der Sarkophag ein Gleichnis und ein Meisterwerk in Stein darstellt und daß demnach die Maße aus einem vollkommen neuen Blickwinkel zu betrachten sind!

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