9.     Die Geheimnisse der Cheops-Pyramide und die Königselle

Die Entdeckung, daß in der Cheops-Pyramide mehr als nur ein Maßsystem angewendet wurde, ist zugegebenermaßen erstaunlich und für den modernen Menschen schwer zu glauben – denn die Konsequenzen für das vorherrschende Weltbild sind enorm. Dennoch sprechen die Berechnungen für sich und lassen sich nicht wegdiskutieren. Im Aufbau der Schichten haben wir Zoll, Zentimeter und Königselle vereint vorgefunden. Der innere Aufbau, den wir nun im Detail betrachten wollen, wird demgegenüber massiv von der Königselle bestimmt.

Gleich zu Beginn möchte ich die Anwendung der Königselle an einigen Hauptmaßen belegen, über die in der Fachwelt nirgendwo Zweifel bestehen. Trotzdem sollen sie hier aufgeführt werden, da sie zum grundlegenden Konzept der Pyramide gehören. Für einen grafischen Schnitt durch die Cheops-Pyramide gehen Sie bitte zurück zu Abbildung 18 (S. xx), in der die Lage und Form der Kammern und der Großen Galerie zu sehen sind.

 Königskammer

                                  Planmaß                               Istmaß       Abweichung

Länge                         20 KE      = 10,472 m           10,49 m              -1,8 cm

Breite                         10 KE      =   5,236 m          5,24 m                -0,4 cm

Umfang                      60 KE      = 31,416 m 

= 3,1416 m

Königinnenkammer

                                  Planmaß                               Istmaß       Abweichung

Länge                         11 KE      =    5,7596 m                         5,76 m         -0,04 cm

Breite                         10 KE      =    5,2360 m                         5,23 m         0,60 cm

Umfang                      42 KE      =  21,9912 m       

 = 3,1416 m

Große Galerie

                                  Planmaß                               Istmaß       Abweichung

Breite im Sockelbereich              4 KE         =         2,0944 m   2,09 m         -0,44 cm

Breite an der Decke     2 KE       =   1,0472 m         1,05 m       -0,28 cm

Summe                       6 KE       = 3,1416 m         3,14 m

Wie an diesen drei Beispielen zu erkennen ist, tritt der Wert 3,1416 im Verborgenen auf. Teilt man diesen Wert durch 6, erhält man exakt die Länge der Königselle mit 52,36 cm. Das bestärkt auf andere Weise den Eindruck, daß über die Königselle nicht der korrekte Bruchteil eines Sechstels von p (Pi) beabsichtigt war, sondern daß damit ein ganz anderer Inhalt zum Ausdruck gebracht werden sollte.

Bei der weiteren Ausformulierung des Buches erwies es sich als schwierig, die richtige Reihenfolge der Themenbearbeitung zu finden. Ständig wurde ich damit konfrontiert, daß ein Thema mit anderen Inhalten verknüpft ist, die entweder als Voraussetzung oder zur Verständnishilfe zuerst angesprochen werden müßten. Aber selbst daraufhin vorgenommene Umstellungen führten auf andere Art zum gleichen Dilemma. Das in der Cheops-Pyramide verankerte Wissen ist in der Tat äußerst komplex und miteinander derart „verstrickt“, daß unabhängig davon, welcher Anfang gewählt wird, stets Textbezüge zu nachfolgend eingeordneten Abschnitten erforderlich sind.

Ein anderer Aspekt betrifft die Menge des verborgenen Wissens. Mittlerweile bin ich zu der Überzeugung gekommen, daß es unmöglich ist, sämtliche Planungsabsichten und Gründe zu erkennen, weil selbst die Größe der Steine – zum Beispiel in Königinnenkammer und Königskammer – mit fester Absicht genau mit den vorhandenen Maßen geplant wurde. Herauszubekommen, warum diese Maße in jedem Einzelfall exakt so gewählt wurden, halte ich für unmöglich. Allerdings ist es mir trotz aller Schwierigkeit gelungen, Teile dieser Struktur zu erkennen.

Wer glaubt, daß mit den hier vorgelegten, sehr präzisen Analysen alles gesagt ist, was es zu sagen gibt, befindet sich im Irrtum. Im vorliegenden Buch sind im Verhältnis zu den gemachten Entdeckungen nicht alle, aber die wesentlichen (und zum Teil spektakulären) Erkenntnisse integriert worden. Inwieweit es erforderlich ist, zur Cheops-Pyramide ein separates Buch mit weiteren Geheimnissen zu veröffentlichen, wird die Zukunft zeigen.

Die gewonnenen Erkenntnisse zur Cheops-Pyramide sind insgesamt sehr umfangreich. Im Verlaufe dieses Kapitels werden deshalb auch die verschiedensten inhaltlichen Aspekte angesprochen. Sie reichen von Details der inneren Struktur einschließlich ihres Zusammenhangs zum Schichtenaufbau bis hin zum genauen Verlauf der Einweihungswege innerhalb der Königinnen- und der Königskammer. Letztere Themenstellung ist dabei von besonderer Brisanz, wird hier doch erstmalig erläutert, was bei einem Einweihungsritual in der Königskammer tatsächlich passierte und welchen ungewöhnlichen Weg der Einzuweihende zurückzulegen hatte.

Mit diesem Stoff von immenser Tragweite wird veranschaulicht werden, daß verschiedene mystische Orden – Rosenkreuzer und Freimaurer seien hier nur exemplarisch genannt – ihren Anfang tatsächlich in Ägypten haben. Die in diesen Orden heute noch vorhandenen Relikte alten Wissens beziehen sich in höheren Graden eindeutig auf eine altägyptische Zeit, ohne daß die Mitglieder deren tiefen Hintergrund heute noch kennen würden. Das überlieferte Wissen aus dieser Zeit ist nur noch in kleinen Bruchstücken vorhanden und daher in seinem ursächlichsten Anliegen des geistigen Kerns beraubt. Es ist aus diesem Grund verständlich, warum in diesen Orden im Verlaufe der Zeit sekundäre Aufgaben und Ziele, mitunter sogar Irrwege, mehr und mehr die Oberhand gewonnen haben und das wahre Geheimwissen immer mehr in den Hintergrund getreten ist. Große Künstler, Denker, Wissenschaftler und Persönlichkeiten wie Wolfgang A. Mozart, Josef Haydn, Johann W. Goethe, Gotthold E. Lessing, Johann G. Fichte, Alexander Puschkin, Alfred Brehm, Alexander von Humboldt, Simon Bolivar (Führer der lateinamerikanischen Unabhängigkeitsbewegung) und viele andere mehr waren zum Beispiel Mitglieder des Ordens der Freimaurer – dies allerdings zu einer Zeit, als er noch mehr Wissen besaß, als er heute vorweisen kann.

Die heute teilweise einseitige und negative Diskussion um diese Orden wird sich im Ergebnis der folgenden Erkenntnisse zumindest in wichtigen Punkten als unsachlich erweisen; diese Erkenntnisse werden andererseits aber auch zeigen, wie weit moderne mystische und esoterische Orden vom einstigen hohen Wissen entfernt sind.

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