5.3. Die Mondpyramide in Teotihuacan

Den Spaniern gelang es bei ihrem Eroberungsfeldzug auch, das nördlich gelegene Teotihuacan zu erreichen, wenn auch zuerst Fall auf der Flucht vor der Armee des Aztekenkönigs Montezuma. Bei diesem „Besuch“ erkannten die Spanier die Bedeutung dieser Bauwerke nicht. Zu viel von der Anlage war überwuchert und zerstört, so daß die Landschaft vorrangig von (künstlichen) Hügeln geprägt war. Trotz alledem stachen die beiden Pyramiden, die Mond- und die Sonnenpyramide, mit ihren damals auf der Spitze befindlichen Tempeln und Götterfiguren aus diesem überwucherten Gebiet hervor. Für die Einheimischen war dies ein besonderer Ort, ein von den Göttern geschaffener Ort. Die Archäologen fanden heraus, daß dieser bereits um 850 n.Chr. von den Erbauern aufgegeben worden war. Danach siedelte sich in dieser Gegend für eine Dauer von rund 300 Jahren der Stamm der Tolteken an, ehe 1325 die Azteken in diesem Gebiet seßhaft wurden. Beide letztgenannten Völker fanden das prächtige Teotihuacan vor, ohne den geringsten Hinweis über seine Erbauer zu erfahren. Aus welchem Grund auch immer, bei diesen Völkern wurde überliefert, daß Teotihuacan von den Göttern errichtet worden sei. (Wie bereits erwähnt, soll es in der zentralen Tempelanlage von Tenochtitlan sogar Grabstätten der Götter gegeben haben.)

Der bereits erwähnte Italiener Careri gelangte mit Hilfe des Paters Sigüenza auch in das Tal von Teotihuacan, wo er zuerst die Mondpyramide in Augenschein nahm.

Abbildung 27: Die Mondpyramide von Teotihuacan

Das erste, was ihn interessierte, waren die Maße dieser Pyramide, weshalb er Vermessungen durchführte, die wegen der Geröllablagerungen jedoch nicht an der Basis erfolgten, weshalb seine Ergebnisse weit vom realen Maß entfernt waren. Dennoch ist es erstaunlich, daß der Forschergeist des Menschen immer wieder darauf abzielt, gerade die Maße in Erfahrung zu bringen. Im Unbewußten wirkt hier vermutlich das Gefühl, daß man dann hinter die Geheimnisse kommt, wenn man die Maße kennt.

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Dem Ehrgeiz des amerikanischen Archäologen Prof. René Millon ist es zu verdanken, daß in Teotihuacan ab 1962 umfassende Ausgrabungen und Untersuchungen auch mit Hilfe von Luftbildaufnahmen gemacht wurden. Dabei kam man auf das erstaunliche Ergebnis, daß diese Stadt noch um das Jahr 800 n. Chr. etwa 200 000 Einwohner auf einer Fläche von ca. 32 km² gehabt haben mußte. Mit dieser Ausdehnung war die Stadt größer als jede andere ihrer Zeit. Aber nicht nur das, sie war planmäßig nach einem „Meisterplan“ angelegt. Ausgrabungen belegen, daß – ähnlich wie in Tenochtitlan – Kanäle die Stadt durchzogen, Alleen angelegt waren und die dortige Kultur sehr hoch entwickelt gewesen sein muß. Die Archäologen kamen zu dem Schluß, daß diese Stadt ein religiöses, politisches, wirtschaftliches und kulturelles Ballungszentrum war, das größte von ganz Mittelamerika. Millon erkannte, daß Teotihuacan mit seinen Tausenden Tempeln eine heilige Stadt war und den zentralen Sitz einer Religion mit einem Obersten Priester darstellte, ähnlich wie heutzutage Rom und Mekka.

Abbildung 28: Blick auf die die große Zentralstraße von Teotihuacan, heute „Straße der Toten“ genannt

Bauweise und Architektur sind für uns in gewisser Weise fremd, wenn wir auch stufenförmige Bauten aus Ägypten und dem Sumer kennen. Sie sind jedoch mit nichts vergleichbar, was in Europa jemals gebaut worden ist. Die beim Urzoll beschriebene Bedeutung einer Stufe scheint auch hier im Zusammenhang mit einer Ausbildung zu höherem Wissen zu stehen, denn in jeder Kultur, wo es ein religiöses Zentrum gab, war die Ausbildung der Priester ein grundlegendes Wesensmerkmal.

Über die Gründung der Stadt gibt es unterschiedliche Meinungen. Millon vertrat die Meinung, daß dies etwa um 150 n.Chr. geschehen sein mußte, weil man im Sonnentempel Keramikscherben aus dieser Zeit fand. Aber das Auffinden eines Reliktes muß nicht unbedingt der letzte Beweis für eine zeitliche Einordnung sein. Wir schließen heute auch nicht wegen ein paar gefundener Flaschen in einem abrißreifen Haus darauf, daß es erst vor wenigen Jahren errichtet wurde. Demzufolge gehen auch in Teotihuacan die Meinungen weit auseinander. Eine Theorie spricht sogar von einem Alter von rund 6000 Jahren. Es soll hier aber nicht über das Alter dieses Komplexes diskutiert werden, da die noch vorzustellenden Ergebnisse genügend neue Fragen aufwerfen.

Im folgenden soll ein besonderes Augenmerk auf die Forschungsergebnisse des amerikanischen Ingenieurs Hugh Harleston gelegt werden, der während fünfundzwanzig Jahren in Mexiko lebte und sich sehr um eine Lösung der Rätsel von Teotihuacan bemühte. Die von ihm in den Jahren 1972 bis 1974 vorgenommenen Untersuchungen und Messungen umfassen ein Gebiet von ca. 2,1 km², auf dem sich nicht nur die beiden Pyramiden, sondern auch eine Zitadelle und eine Vielzahl kleinerer Tempel und Bauwerke entlang einer ursprünglich prachtvollen Allee erstreckten. In seine Untersuchungen bezog er auch die Überreste von Tempeln ein, die in der Verlängerung der Hauptallee, der „Straße der Toten“, gefunden worden waren. Um hier bereits einen Teil seiner Forschungsergebnisse vorwegzunehmen, sei gesagt, daß er – ausgehend von der sogenannten Zitadelle – einen Zusammenhang zu unserem Sonnensystem fand. Seiner Auffassung nach stehen diese Tempel einschließlich der Pyramiden in den durchschnittlichen Entfernungen der Planeten unseres Sonnensystems bis hin zum Pluto! Nun ist bekannt, daß der Pluto erst 1915 mathematisch nachgewiesen wurde (aufgrund von Unregelmäßigkeiten in der Bahn des Uranus, die nach Berücksichtigung der Störungen, die der Planet Neptun verursacht, noch übrig geblieben waren). Am Himmel gefunden wurde Pluto aber erst am 18. Februar 1930 durch C.W. Tombaugh. Die Planeten Uranus und Neptun kennen wir seit 1781 bzw. 1846. Gemäß dem Wissen der offiziellen Wissenschaft ist es also unmöglich, daß in Teotihuacan Tempel in Verbindung mit diesen drei Planeten errichtet wurden. Dennoch ist es nicht so unmöglich, wenn man das Wissen der Sumerer über diese Planeten berücksichtigt. Sie kannten nicht nur diese Planeten, sondern auch deren Oberflächenbeschaffenheit und ihre Stellung im Sonnensystem. Sie wußten auch, daß der Pluto eine sehr stark elliptische Bahn hat, die ihn zeitweise vor der Neptunbahn kreisen läßt!

Auch die Dogon in Afrika verfügen über ein altüberliefertes Wissen, das sie gar nicht haben dürften. Ihnen ist nämlich bekannt, daß der Sirius ein Doppelstern ist und daß der kleinere der beiden ein Zwergstern ist, der gemeinsam mit dem größeren einen Schwerkraft-Mittelpunkt umkreist. Offensichtlich gibt es auf unsere Erde viele Hinweise für ein kosmisches Wissen, das nur durch Informationsübertragung von „außen“ in Erfahrung zu bringen war.

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Diese beiden Schnitte durch die verfallene Pyramide zeigen, wie schwierig es für die Archäologen war, die originale Form wieder herzustellen. Glücklicherweise gab es in Verbindung mit dem Nord-Süd-Schnitt und vorgefundenen Sockelsteinen und anderen Überresten Hinweise sowohl auf die Neigung der Pyramide als auch auf die Höhen der einzelnen Stufen. Dadurch war es möglich, folgendes Planbild der Ursprungsmaße zu entwickeln:

Abbildung 32: Planmaße (von Harleston)

Zur Erläuterung sei gesagt, daß am linken Bildrand die Höhe über dem Meeresspiegel in Hunab angegeben ist. Als „Adosado“ werden die beiden stufenförmigen Vorbauten bezeichnet, die bis in eine Höhe von 16 bzw. 24 Hunab reichen.

Bei der Fülle der Daten ist es auf Anhieb schwer, aus dieser Rekonstruktion etwas Besonderes herauszulesen. Um einen Anfang zu machen, möchte ich bei den aufgeführten Winkeln beginnen. Am leichtesten ist der Winkel an der hinteren Adosado mit 53,13° (vom Autor in Abbildung 33 mit h bezeichnet) zu erklären, der dort in allen drei Stufen gleich ist. In einem pythagoreischen Dreieck der Abmessungen 3-4-5 wird gemäß Abbildung 33 ein Winkel von 53,130102...° gebildet. Dies war mit Sicherheit auch Harleston bewußt, obwohl er es nicht explizit ausdrückte.

Abbildung 33: Der Winkel h in den drei Stufen der hinteren Adosado

Diese Konstruktion führt zu einem Steigungswinkel, der leicht zu realisieren ist, denn 3 Einheiten in der Horizontalen werden 4 Einheiten in der Höhe zugeordnet, wodurch sich ein Steigungsverhältnis von 4:3 ergibt. Allein der Steigungswinkel von 53,13° verrät, daß die Erbauer ein hohes Wissen über Geometrie hatten. Haben wir hier eine „europäische“ (pythagoräische) Geometrie in Mittelamerika gefunden, oder ist diese Geometrie eben nicht nur europäisch oder ägyptisch, sondern global bzw. kosmisch?

Für die Untersuchung der weiteren Winkel ist eine eindeutige Benennung erforderlich, damit in den Erklärungen keine Verwirrung entsteht. Aus diesem Grunde werden im nachfolgend gezeigten Modell alle relevanten Winkel mit griechischen Buchstaben angegeben

Abbildung 34: Die Winkel der Mondpyramide

In dieser Abbildung sind bereits einige Winkel präzisiert angegeben. Harleston hatte vermutet, daß der Winkel a der zweiten Stufe zu einem ideellen Punkt oberhalb der Pyramide führt. Soweit hat er auch Recht, jedoch ist der Basiswinkel b mit rund 43,35° noch viel bedeutungsvoller. Als ich über diesen Winkel versuchte, den ideellen Punkt über der Pyramide zu bestimmen, ergab sich bei dieser Winkelangabe eine Höhe von 67,968... Hunab oder in Meter umgerechnet 72,004975... m. Sollte hier etwas ganz Außergewöhnliches verborgen sein, so wie in der Cheops-Pyramide die Berechnungsvorschrift des Zolls? Also nahm ich mir beide Winkel a und b vor, die zusammen 90° ergeben (allein dieser Fakt ist schon sehr außergewöhnlich und genial). Der nächste Schritt war, den Tangens des Winkels a zu bestimmen. Das Ergebnis lautet tan 46,65° = 1,0593205...! Dieser Wert war eine Überraschung, denn er liegt hauchdünn an der Größe des Hunab, den ich mit 1,059393... m bestimmt hatte. Der Unterschied zwischen beiden exakten Werten beträgt lediglich 0,0000732... m oder bezogen auf die Höhe rund 7,3 mm. Harleston hatte die Steigungswinkel zwar ziemlich präzis berechnet hatte – und dafür gebührt ihm auch großer Dank –, aber lediglich auf zwei Stellen nach dem Komma. Deswegen war ihm ein Gedanke, der eigentlich sehr naheliegend ist, nicht gekommen, nämlich daß die Erbauer der Mondpyramide genau die Absicht verfolgten, über diese Winkel die Größe des Hunab für die Nachwelt zu überliefern. Da dies nicht die einzige Überraschung in Teotihuacan war und ich bereits wußte, daß die Planer und Erbauer dieser Stadt ein Wissen über Mathematik und Geometrie besaßen, das in kosmischem Wissen gründete, war diese Annahme keinesfalls an den Haaren herbeigezogen.

Wenn man davon ausgeht, daß im Tangens des Winkels a die Größe des Hunab verborgen ist, war dieser Winkel logischerweise neu zu bestimmen. In der Rückrechnung über die Größe des Hunab in Metern ergab sich dann folgender Winkel: a = 46,651976...°. Das bedeutet, daß der von Harleston auf zwei Stellen nach dem Komma gerundete Wert exakt mit dem theoretisch richtigen Wert übereinstimmt. Logischerweise ist dann der Ergänzungswinkel b gleich 43,348023...°. Damit tritt auch der mathematisch gewollte Effekt ein, daß die fiktive Höhe über der Pyramide, die sich aus der Verlängerung der Basis der ersten Stufe ergibt, genau bei 72 m endet. Damit taucht in dieser Konstruktion gemäß Abbildung 34 dreimal die 72 auf, nämlich zweimal als Maßangabe in Hunab (als Länge der Pyramidenbasis) und einmal als Maßangabe in Metern (als ideelle Höhe der Pyramide)!

3 × 72 = 216 = 6×6×6!

Die Zahl 216 kennen wir bereits von der Cheops-Pyramide her. Was sagt uns das? Auf zwei verschiedenen Kontinenten werden mathematisch-geometrische Prinzipien angewendet, die einer Sternenmathematik entspringen. Die Planer beider Pyramidenkomplexe besaßen die gleichen geistigen Grundlagen und haben in ihren Bauwerken Wissen verborgen, das der heutigen Wissenschaft bisher vollkommen entgangen ist. Dieses Wissen ist extrem hoch, und im weiteren Verlauf der Ausführungen werden wir sehen, daß noch einige gewaltige Überraschungen der Enthüllung harren.

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