Den Spaniern
gelang es bei ihrem Eroberungsfeldzug auch, das nördlich gelegene Teotihuacan zu erreichen, wenn auch zuerst Fall auf der
Flucht vor der Armee des Aztekenkönigs Montezuma. Bei
diesem „Besuch“ erkannten die Spanier die Bedeutung dieser Bauwerke nicht. Zu
viel von der Anlage war überwuchert und zerstört, so daß
die Landschaft vorrangig von (künstlichen) Hügeln geprägt war. Trotz alledem
stachen die beiden Pyramiden, die Mond- und die Sonnenpyramide, mit ihren damals
auf der Spitze befindlichen Tempeln und Götterfiguren aus diesem überwucherten
Gebiet hervor. Für die Einheimischen war dies ein besonderer Ort, ein von den
Göttern geschaffener Ort. Die Archäologen fanden heraus, daß
dieser bereits um 850 n.Chr. von den Erbauern
aufgegeben worden war. Danach siedelte sich in dieser Gegend für eine Dauer von
rund 300 Jahren der Stamm der Tolteken an, ehe 1325
die Azteken in diesem Gebiet seßhaft wurden. Beide
letztgenannten Völker fanden das prächtige Teotihuacan
vor, ohne den geringsten Hinweis über seine Erbauer zu erfahren. Aus welchem
Grund auch immer, bei diesen Völkern wurde überliefert, daß
Teotihuacan von den Göttern errichtet worden sei.
(Wie bereits erwähnt, soll es in der zentralen Tempelanlage von Tenochtitlan sogar Grabstätten der Götter gegeben haben.)
Der bereits
erwähnte Italiener Careri gelangte mit Hilfe des
Paters Sigüenza auch in das Tal von Teotihuacan, wo er zuerst die Mondpyramide in Augenschein
nahm.
Abbildung 27:
Die Mondpyramide von Teotihuacan
Das erste,
was ihn interessierte, waren die Maße dieser Pyramide, weshalb er Vermessungen
durchführte, die wegen der Geröllablagerungen jedoch nicht an der Basis
erfolgten, weshalb seine Ergebnisse weit vom realen Maß entfernt waren. Dennoch
ist es erstaunlich, daß der Forschergeist des
Menschen immer wieder darauf abzielt, gerade die Maße in Erfahrung zu bringen.
Im Unbewußten wirkt hier vermutlich das Gefühl, daß man dann hinter die Geheimnisse kommt, wenn man die
Maße kennt.
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Dem Ehrgeiz
des amerikanischen Archäologen Prof. René Millon ist
es zu verdanken, daß in Teotihuacan
ab 1962 umfassende Ausgrabungen und Untersuchungen auch mit Hilfe von
Luftbildaufnahmen gemacht wurden. Dabei kam man auf das erstaunliche Ergebnis, daß diese Stadt noch um das Jahr 800 n. Chr. etwa 200 000
Einwohner auf einer Fläche von ca. 32 km² gehabt haben mußte.
Mit dieser Ausdehnung war die Stadt größer als jede andere ihrer Zeit. Aber
nicht nur das, sie war planmäßig nach einem „Meisterplan“ angelegt.
Ausgrabungen belegen, daß – ähnlich wie in Tenochtitlan – Kanäle die Stadt durchzogen, Alleen angelegt
waren und die dortige Kultur sehr hoch entwickelt gewesen sein muß. Die Archäologen kamen zu dem Schluß,
daß diese Stadt ein religiöses, politisches,
wirtschaftliches und kulturelles Ballungszentrum war, das größte von ganz
Mittelamerika. Millon erkannte, daß
Teotihuacan mit seinen Tausenden Tempeln eine heilige
Stadt war und den zentralen Sitz einer Religion mit einem Obersten Priester
darstellte, ähnlich wie heutzutage Rom und Mekka.

Abbildung
28: Blick auf die die große Zentralstraße von Teotihuacan, heute „Straße der Toten“ genannt
Bauweise und
Architektur sind für uns in gewisser Weise fremd, wenn wir auch stufenförmige
Bauten aus Ägypten und dem Sumer kennen. Sie sind
jedoch mit nichts vergleichbar, was in Europa jemals gebaut worden ist. Die
beim Urzoll beschriebene Bedeutung einer Stufe scheint auch hier im
Zusammenhang mit einer Ausbildung zu höherem Wissen zu stehen, denn in jeder
Kultur, wo es ein religiöses Zentrum gab, war die Ausbildung der Priester ein
grundlegendes Wesensmerkmal.
Über die
Gründung der Stadt gibt es unterschiedliche Meinungen. Millon
vertrat die Meinung, daß dies etwa um 150 n.Chr. geschehen sein mußte, weil
man im Sonnentempel Keramikscherben aus dieser Zeit fand. Aber das Auffinden
eines Reliktes muß nicht unbedingt der letzte Beweis
für eine zeitliche Einordnung sein. Wir schließen heute auch nicht wegen ein
paar gefundener Flaschen in einem abrißreifen Haus
darauf, daß es erst vor wenigen Jahren errichtet
wurde. Demzufolge gehen auch in Teotihuacan die
Meinungen weit auseinander. Eine Theorie spricht sogar von einem Alter von rund
6000 Jahren. Es soll hier aber nicht über das Alter dieses Komplexes diskutiert
werden, da die noch vorzustellenden Ergebnisse genügend neue Fragen aufwerfen.
Im folgenden soll ein besonderes Augenmerk auf die
Forschungsergebnisse des amerikanischen Ingenieurs Hugh Harleston
gelegt werden, der während fünfundzwanzig Jahren in Mexiko lebte und sich sehr
um eine Lösung der Rätsel von Teotihuacan bemühte.
Die von ihm in den Jahren 1972 bis 1974 vorgenommenen Untersuchungen und
Messungen umfassen ein Gebiet von ca. 2,1 km², auf dem sich nicht nur die
beiden Pyramiden, sondern auch eine Zitadelle und eine Vielzahl kleinerer
Tempel und Bauwerke entlang einer ursprünglich prachtvollen Allee erstreckten.
In seine Untersuchungen bezog er auch die Überreste von Tempeln ein, die in der
Verlängerung der Hauptallee, der „Straße der Toten“, gefunden worden waren. Um
hier bereits einen Teil seiner Forschungsergebnisse vorwegzunehmen, sei gesagt,
daß er – ausgehend von der sogenannten
Zitadelle – einen Zusammenhang zu unserem Sonnensystem fand. Seiner Auffassung
nach stehen diese Tempel einschließlich der Pyramiden in den durchschnittlichen
Entfernungen der Planeten unseres Sonnensystems bis hin zum Pluto! Nun ist
bekannt, daß der Pluto erst 1915 mathematisch
nachgewiesen wurde (aufgrund von Unregelmäßigkeiten in der Bahn des Uranus, die
nach Berücksichtigung der Störungen, die der Planet Neptun verursacht, noch
übrig geblieben waren). Am Himmel gefunden wurde Pluto aber erst am 18. Februar
1930 durch C.W. Tombaugh. Die Planeten Uranus und
Neptun kennen wir seit 1781 bzw. 1846. Gemäß dem Wissen der offiziellen
Wissenschaft ist es also unmöglich, daß in Teotihuacan Tempel in Verbindung mit diesen drei Planeten
errichtet wurden. Dennoch ist es nicht so unmöglich, wenn man das Wissen der
Sumerer über diese Planeten berücksichtigt. Sie kannten nicht nur diese
Planeten, sondern auch deren Oberflächenbeschaffenheit und ihre Stellung im
Sonnensystem. Sie wußten auch, daß
der Pluto eine sehr stark elliptische Bahn hat, die ihn zeitweise vor der
Neptunbahn kreisen läßt!
Auch die Dogon in Afrika verfügen über ein altüberliefertes
Wissen, das sie gar nicht haben dürften. Ihnen ist nämlich bekannt, daß der Sirius ein Doppelstern ist und daß
der kleinere der beiden ein Zwergstern ist, der gemeinsam mit dem größeren
einen Schwerkraft-Mittelpunkt umkreist. Offensichtlich gibt es auf unsere Erde
viele Hinweise für ein kosmisches Wissen, das nur durch Informationsübertragung
von „außen“ in Erfahrung zu bringen war.
.....
Diese beiden
Schnitte durch die verfallene Pyramide zeigen, wie schwierig es für die
Archäologen war, die originale Form wieder herzustellen. Glücklicherweise gab
es in Verbindung mit dem Nord-Süd-Schnitt und vorgefundenen Sockelsteinen und
anderen Überresten Hinweise sowohl auf die Neigung der Pyramide als auch auf
die Höhen der einzelnen Stufen. Dadurch war es möglich, folgendes Planbild der
Ursprungsmaße zu entwickeln:

Abbildung
32: Planmaße (von Harleston)
Zur
Erläuterung sei gesagt, daß am linken Bildrand die
Höhe über dem Meeresspiegel in Hunab angegeben ist.
Als „Adosado“ werden die beiden stufenförmigen Vorbauten
bezeichnet, die bis in eine Höhe von 16 bzw. 24 Hunab
reichen.
Bei der Fülle
der Daten ist es auf Anhieb schwer, aus dieser Rekonstruktion etwas Besonderes
herauszulesen. Um einen Anfang zu machen, möchte ich bei den aufgeführten
Winkeln beginnen. Am leichtesten ist der Winkel an der hinteren Adosado mit 53,13° (vom Autor in Abbildung 33 mit h
bezeichnet) zu erklären, der dort in allen drei Stufen gleich ist. In einem
pythagoreischen Dreieck der Abmessungen 3-4-5 wird gemäß Abbildung 33 ein
Winkel von 53,130102...° gebildet. Dies war mit Sicherheit auch Harleston bewußt, obwohl er es
nicht explizit ausdrückte.
Abbildung
33: Der Winkel h in den drei Stufen der hinteren Adosado

Diese
Konstruktion führt zu einem Steigungswinkel, der leicht zu realisieren ist,
denn 3 Einheiten in der Horizontalen werden 4 Einheiten in der Höhe zugeordnet,
wodurch sich ein Steigungsverhältnis von 4:3 ergibt. Allein der Steigungswinkel
von 53,13° verrät, daß die Erbauer ein hohes Wissen
über Geometrie hatten. Haben wir hier eine „europäische“ (pythagoräische)
Geometrie in Mittelamerika gefunden, oder ist diese Geometrie eben nicht nur
europäisch oder ägyptisch, sondern global bzw. kosmisch?
Für die
Untersuchung der weiteren Winkel ist eine eindeutige Benennung erforderlich,
damit in den Erklärungen keine Verwirrung entsteht. Aus diesem Grunde werden im
nachfolgend gezeigten Modell alle relevanten Winkel mit griechischen Buchstaben
angegeben

Abbildung
34: Die Winkel der Mondpyramide
In dieser
Abbildung sind bereits einige Winkel präzisiert angegeben. Harleston
hatte vermutet, daß der Winkel a der
zweiten Stufe zu einem ideellen Punkt oberhalb der Pyramide führt. Soweit hat
er auch Recht, jedoch ist der Basiswinkel b mit rund 43,35° noch viel
bedeutungsvoller. Als ich über diesen Winkel versuchte, den ideellen Punkt über
der Pyramide zu bestimmen, ergab sich bei dieser Winkelangabe eine Höhe von
67,968... Hunab oder in Meter umgerechnet
72,004975... m. Sollte hier etwas ganz Außergewöhnliches verborgen sein, so wie
in der Cheops-Pyramide die Berechnungsvorschrift des Zolls? Also nahm ich mir
beide Winkel a und b vor, die zusammen 90° ergeben (allein
dieser Fakt ist schon sehr außergewöhnlich und genial). Der nächste Schritt
war, den Tangens des Winkels a zu bestimmen. Das Ergebnis lautet tan 46,65° = 1,0593205...! Dieser Wert war eine
Überraschung, denn er liegt hauchdünn an der Größe des Hunab,
den ich mit 1,059393... m bestimmt hatte. Der Unterschied zwischen beiden
exakten Werten beträgt lediglich 0,0000732... m oder bezogen auf die Höhe rund
7,3 mm. Harleston hatte die Steigungswinkel zwar
ziemlich präzis berechnet hatte – und dafür gebührt ihm auch großer Dank –,
aber lediglich auf zwei Stellen nach dem Komma. Deswegen war ihm
ein Gedanke, der eigentlich sehr naheliegend ist,
nicht gekommen, nämlich daß die Erbauer der
Mondpyramide genau die Absicht verfolgten, über diese Winkel die Größe des Hunab für die Nachwelt zu überliefern. Da dies nicht die
einzige Überraschung in Teotihuacan war und ich
bereits wußte, daß die Planer
und Erbauer dieser Stadt ein Wissen über Mathematik und Geometrie besaßen, das
in kosmischem Wissen gründete, war diese Annahme keinesfalls an den Haaren
herbeigezogen.
Wenn man
davon ausgeht, daß im Tangens des Winkels a die Größe
des Hunab verborgen ist, war dieser Winkel
logischerweise neu zu bestimmen. In der Rückrechnung über die Größe des Hunab in Metern ergab sich dann folgender Winkel: a =
46,651976...°. Das bedeutet, daß der von Harleston auf zwei Stellen nach dem Komma gerundete Wert exakt
mit dem theoretisch richtigen Wert übereinstimmt. Logischerweise ist dann der
Ergänzungswinkel b gleich 43,348023...°. Damit tritt auch
der mathematisch gewollte Effekt ein, daß die fiktive
Höhe über der Pyramide, die sich aus der Verlängerung der Basis der ersten
Stufe ergibt, genau bei 72 m endet. Damit taucht in dieser Konstruktion gemäß
Abbildung 34 dreimal die 72 auf, nämlich zweimal als Maßangabe in Hunab (als Länge der Pyramidenbasis) und einmal als
Maßangabe in Metern (als ideelle Höhe der Pyramide)!
3 × 72 = 216 = 6×6×6!
Die Zahl 216
kennen wir bereits von der Cheops-Pyramide her. Was sagt uns das? Auf zwei
verschiedenen Kontinenten werden mathematisch-geometrische Prinzipien
angewendet, die einer Sternenmathematik entspringen. Die Planer beider
Pyramidenkomplexe besaßen die gleichen geistigen Grundlagen und haben in ihren
Bauwerken Wissen verborgen, das der heutigen Wissenschaft bisher vollkommen
entgangen ist. Dieses Wissen ist extrem hoch, und im weiteren Verlauf der
Ausführungen werden wir sehen, daß noch einige
gewaltige Überraschungen der Enthüllung harren.
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