Ich erwähnte
bereits, daß es Kontrollschichten und vor allem ein letztes Kontrollmaß zur
Positionierung des „Pyramidions“, des pyramidenförmigen Abschlußsteins, gegeben
haben muß, denn sonst wäre es nicht möglich gewesen, bis zum Abschluß des
Bauwerkes die geplanten Parameter zu erreichen. Mit anderen Worten, ohne diese
Präzision wäre die Pyramide krumm, schief, etwas uneben oder verdreht
herausgekommen, und vor allem, das Pyramidion würde sich nicht über der Mitte
der Pyramide befinden.
Die Größe des
letzten Kontrollmaßes ist auch von entscheidender Bedeutung, wenn man das
innere Prinzip der Cheops-Pyramide erfassen will. Folglich bemühte ich mich,
gerade dieses Maß zuerst herauszufinden.
Als
Primärdaten standen mir hierzu die Vermessungsergebnisse von Petrie zur
Verfügung. Petrie vermaß alle damals verbliebenen 203 Steinschichten, während
es heute nur noch 201 sind. Im Durchschnitt nahm deren Dicke zur Spitze hin
unregelmäßig, aber insgesamt kontinuierlich ab. In Abbildung 12 sind die
obersten Lagen der Cheops-Pyramide zu sehen, während Abbildung 13 die
Meßergebnisse zeigt, wie sie Petrie für die obersten 26 Steinschichten
ermittelte. Dabei bedeuten die vertikalen Linien mit der Beschriftung 10, 20,
und 30 die Dicke der Schichten in Zoll. Mit dem Balkendiagramm wurden die
ermittelten Werte der Dicken grafisch dargestellt, so daß sofort erkennbar ist,
welche Schichten dicker oder dünner sind. Im Tabellenteil mit den Zahlen sind
die Meßpunkte an der Nord-Ost-Ecke (N.E.) und der Süd-West-Ecke (S.W.)
aufgeführt. Zu beachten ist, daß die vertikale Linie, die eine Schichtdicke von
10 Zoll repräsentieren soll, mitten durch die Zahlenreihe verläuft. Petrie
machte dies, weil keine Schicht in dieser kleinen Größenordnung liegt.
Geht man von
der Annahme aus, daß für die Auflagefläche des Pyramidions eine besondere Höhe
als Kontrollpunkt vorgegeben war, muß sich diese theoretisch nachvollziehen
lassen. Die Frage lautet nur, wie viele Schichten gab es im inneren Aufbau
tatsächlich? Sicher ist, daß die 203. Schicht nicht die letzte war. Das Rätsel
läßt sich meiner Auffassung nach nur lösen, wenn man einerseits die heilige
Geometrie beachtet und andererseits bestimmte Zahlen mit berücksichtigt, denen
die ägyptischen Priester zentrale Qualitäten zuschrieben.
Um eine
mögliche Lösung einzukreisen, soll zuerst die von der Ägyptologie ausgewiesene
Gesamthöhe der Cheops-Pyramide von circa 146,65 m in Beziehung zu der Höhe der
203. Steinschicht (5.451,8 Zoll = 138,46 m) gesetzt werden. Die Differenz bis
zur theoretischen Spitze beträgt rund 8,19 m. In dieser Größenordnung gab es in
ganz Ägypten zu keiner Zeit ein Pyramidion, zumal es – bei einer Höhe von gut 8
m und aus Stein bestehend – schätzungsweise 1200 t schwer gewesen wäre.
Von den
Schichten, die Petrie vermaß, besitzen die letzten sieben lediglich noch eine
durchschnittliche Höhe von 22,3 Zoll (rund 56,6 cm), wie aus Abbildung 13
hervorgeht. Das weist eindeutig darauf hin, daß zur Spitze hin mit geringeren
Höhen zu rechnen ist. Bei den fehlenden 8,19 m wären demzufolge noch etwa 14
Schichten möglich gewesen, die selbstverständlich nicht alle gebaut worden
sind, weil sonst das Pyramidion keinen Platz mehr gehabt hätte. Interessant ist
aber, daß mit dieser hypothetischen Zahl von 14 Schichten insgesamt eine
Größenordnung von 217 Schichten erreicht wird, in deren Nähe eine sehr
mystische Zahl liegt: die 216. Diese drückt nicht nur das Ergebnis von 6×6×6
aus, sondern ist auch mit der Dauer des Durchlaufes unseres Sonnensystems durch
ein Sternbild (= 2160 Jahre) verknüpft. Ebenso markant tritt dieser Wert bei
den Pyramiden in Teotihuacan (Mexiko) auf, worauf ich später noch genauer
eingehen werde. Nicht zuletzt soll erwähnt werden, daß das menschliche Skelett
aus 216 Knochen besteht!
Damit haben
wir zwar eine hübsche Anzahl von Schichten, aber noch lange nicht deren Höhe.
Um hier einen Schritt voranzukommen, habe ich als nächstes versucht, das
Pyramidion zu rekonstruieren. In der verfügbaren Literatur findet man keinen
Hinweis auf das Pyramidion, weshalb zum Teil aus Unkenntnis extrem große Maße
angenommen wurden. Über eine mir zugängliche Quelle erfuhr ich, daß das
Pyramidion ein Volumen von 2000 Kubikzoll gehabt haben soll und eine sehr
geringfügige Abweichung von der Neigung zur Seitenwand besaß. Trotz dieses
Wissens erwies sich die Rekonstruktion als eine harte Nuß, die nicht leicht zu
knacken war. Das Hauptproblem hierbei war die eigene Erwartungshaltung, ein
besonderes und rundes Maß für die Kantenlänge zu finden. Nach etlichen Mühen
hatte ich dieses Rätsel gelöst, das ungewöhnlich faszinierende Werte aufwies,
mit denen ich in keiner Weise gerechnet hatte. Wenn ich von faszinierend rede,
so ist das in Wirklichkeit noch eine Untertreibung, denn wer eine solche
Konstellation zu „komponieren“ vermochte, muß schon ein sehr weiser Geist
gewesen sein, der auch unter den heutigen Mathematikern eine hervorragende
Stellung einnehmen würde.
In Abbildung
14 sind diese Maße dargestellt.

Abbildung
14: Das Pyramidion mit 2000 Kubikzoll Volumen
Wie aus den
Maßangaben zu erkennen ist, liegt die Wahrheit in den Wurzelzahlen. Würde man
dagegen für die Wurzelzahlen deren Ergebnisse einsetzen, wären es
„nichtssagende“ Zahlen, denn
klingt deutlich besser als das Ergebnis 21,0818... Zoll oder
53,548008...cm.
Auch die Höhe
hat es in sich. 13,5 Zoll (= 34,29...cm) sind nichts anderes als die Hälfte von
27 oder 3³. Diese Zahl wird uns auch beim Sarkophag wieder begegnen und dort
ihre Bedeutung enthüllen. Mit dieser Konstruktion besaß das Pyramidion eine
Neigung von 52°1’1,02’’, die rund 0,16° größer war als die Neigung der
Seitenflächen der Pyramide.
Wenn man das
Pyramidion mit diesen Maßen als eine ernst zu nehmende Annahme betrachtet,
bleiben bei der aktuell ausgewiesenen Höhe der Pyramide von rund 146,65 m (=
5773,6105 Zoll) abzüglich der Höhe des Pyramidions noch rund 5760,1105 Zoll
übrig. Da man auch eine Fuge einplanen muß, läßt sich für die Höhe der 216
Steinschichten ein theoretischer Rechenwert von 5760 Zoll ableiten. Das sind im
Durchschnitt exakt
Zoll pro Schicht. In diesem Wert sind die heiligen Zahlen 3
und 8 enthalten, die dem Ganzen einen ersten glaubhaften Ansatz verleihen.
Zerlegt man die Zahl 5760, ist unter anderem folgende Kombination möglich: 3² ×
8² × 10. Die gleichen Ziffern erscheinen in genau dieser Kombination auch in
der oben erwähnten durchschnittlichen Schichtdichte (in Zoll), was meine
theoretische Berechnung der Gesamthöhe der Pyramide (ohne Pyramidion) in ihrer
Glaubhaftigkeit stützt.