Mitunter gibt
es Dinge, die so offensichtlich sind, daß sie leicht
übersehen werden. Als ich las, die Ägyptologen hätten herausbekommen, daß die erste Schicht der Außenverkleidung der
Cheops-Pyramide an einer Basisseite 128 Kalksteinblöcke besaß, war das eine
Überlegung wert. Sah man hier „vor lauter Bäumen den Wald nicht“? Betrachtet
man nämlich die Cheops-Pyramide von oben, zeigt sich die Situation in Abbildung
7.
Abbildung 7:
Die Cheops-Pyramide von oben betrachtet
und der verborgene Code der Steine und Fugen in Bezug zum Poldurchmesser der
Erde
Wenn auf
einer Seite insgesamt 128 Steine angeordnet sind, ist es nicht möglich, daß bei Anwendung des gleichen Prinzips auf den
benachbarten Seiten ebenfalls 128 Steine vorhanden sind, denn der letzte Stein
einer Reihe ist als Eckstein gleichzeitig der erste Stein der benachbarten
Basisseite. Folglich muß man aus rein mathematischer
Sicht schlußfolgern, daß
jede Seite in Wirklichkeit nur 127 Steine besitzt. Das hat aber zur Folge, daß an jeder Seite auch 127 Fugen, also Abstände von einem
Stein zum nächsten, vorhanden sind.
Ich gehe
davon aus, daß diese Anzahl von Basissteinen bewußt geplant worden ist, weil hierdurch ein weiterer
besonderer mathematischer Effekt eintritt. Schreibt man jeweils beide Zahlen
so, wie in Abbildung 7 gezeigt, ergibt sich folgendes Bild: Die Anzahl der
Steine und der Fugen von einer, zwei und vier Seiten ergänzen sich zu einer doppelten
Verdopplungsfolge, und diese Zahlenfolge stimmt
exakt mit der „alten“ Angabe für den Poldurchmesser überein! Dieser Durchmesser
wird in der Enoch-Überlieferung mit 500 500 000 Zoll angegeben, was in der Umrechnung genau 1 271
272 542,54508... cm entspricht! In Abbildung 7 wurde in der letzten Zeile an
jener Stelle ein senkrechter Strich eingefügt, bei der ein Komma stehen müßte, wenn man den Poldurchmesser in Zentimetern angibt.
Wenn diese
Konstruktion kein „Zufall“ ist, bleibt nur eine Schlußfolgerung übrig: Die Planer der Cheops-Pyramide hatten
Kenntnis über den Urzoll und seine Relation zum metrischen System – und haben
über diese Relation den Poldurchmesser in die Basis der Großen Pyramide
hineincodiert.
Ich höre
bereits die Skeptiker, die in den bisherigen Ausführungen nichts anderes als
mathematische Zufälle sehen wollen. Aber ich habe noch etliche Joker im Ärmel,
um diese Zweifel Schritt für Schritt zu entkräften. Natürlich, es ist
unbestreitbar: Wenn die Verschlüsselung des Poldurchmessers in der Basis das
einzige „Kuriosum“ in dieser Pyramide wäre, würden sich all diese Ausführungen
erübrigen. Aber die Verschlüsselung des Poldurchmessers der Erde ist nur einer
von vielen Effekten, die die Genialität der Pyramiden-Erbauer – fast schon wie
Nebeneffekte – nach sich gezogen hat. Wenn wir die Anzahl der Fugen und Steine
der Basis anschauen, müssen wir uns vor Augen halten, daß
wir hier nur den „Rohbau“ der Pyramide betrachten. Diese Stufen aus
Kalksteinquadern waren bis vor etwa eintausend Jahren durch die
Außenverkleidung verdeckt.
Und soviel
kann ich schon vorwegnehmen: Es lassen sich in praktisch allen Aspekten dieser
Pyramide erstaunliche Maßverhältnisse und Codierungen finden. Nicht nur die
schweren Bausteine sind allesamt perfekt verarbeitet, auch die Maße des
Bauwerks sind allesamt nicht zufällig gewählt. (Dies gilt auch für die anderen
archaischen Pyramiden, wie „Chephren“, „Mykerinos“ usw. Wie in Kapitel 8 nachgewiesen wird, gehört
auch die Rote Pyramide von Dahschur in diese
Kategorie.)
Spätestens
hier sollte man sich langsam ernsthaft zu fragen beginnen, ob diese Bauwerke
tatsächlich das Werk von Pharaonen aus dem 3. Jahrtausend v.Chr.
sind, denen nichts anderes als Kupfermeißel und andere primitive Werkzeuge zur
Verfügung standen.
Gehen wir
also von der Annahme aus, die bisherigen Überlegungen hätten einen tiefen
Hintergrund. Dann muß man sich fragen, warum in der
Basis nur in der Kombination Anzahl
Steine – Anzahl Fugen diese Erkenntnisse zu gewinnen sind. Haben die
Fugen, die wir in der Regel nur als eine technische
Notwendigkeit betrachten, möglicherweise auch eine Bedeutung? In älteren
ägyptologischen Fachbüchern (aus England) finden wir Angaben zu der
Fugenbreite, logischerweise auf Basis des Zolls, während wir in Deutschland das
gleiche Maß in Zentimetern angeben. An sich ist die Breite der Fuge allein
einen Beitrag wert, weil wir in der heutigen Zeit mit unseren Fugen viel
großzügiger umgehen. In unserer Zeit, wo Normalziegel von 24 cm Länge üblich
sind, plant man 1 cm als Fuge für den Mörtel ein. Die Steine an der Basis der Cheops-Pyramide
sind dagegen deutlich größer, im Durchschnitt rund 1,80 m breit und 1,46 m
hoch, während die Tiefe variiert. Bei dieser Größe müßte
man annehmen, daß der Fugenabstand größer ist. Aber
genau das Gegenteil ist der Fall. Die Fugen sind 1/50 Zoll oder circa 0,05 cm
breit, das ist rund ein halber Millimeter! Auf beiden Seiten eines Steines
wären demzufolge maximal ¼ mm Toleranz zulässig – und das bei rund 1,46 m Höhe
und einer Tiefe bis zu 3,35 m (abgeleitet aus den Zeichnungen von Petrie). Diese Messungen sind bereits seit über 120 Jahren
bekannt, und dennoch glauben die meisten Ägyptologen (die mit Steinbearbeitung
leider nicht die geringste persönliche Erfahrung haben), es sei möglich, diese
Genauigkeit mit Kupferwerkzeugen zu erreichen! Das Schwierige an dieser Arbeit
ist nicht nur, eine glatte Fläche zu erreichen, sondern darüber hinaus auch, an jedem Punkt der bis zu 4,6 m² großen Seitenflächen den gleichen Abstand zu der gegenüberliegenden Fläche
einzuhalten, wobei auf jeder Seite des Steines eine maximale Toleranz von ¼ mm
eingehalten werden mußte! Wer sich nur annähernd im
Bauwesen auskennt, weiß, daß dies selbst in der
heutigen Zeit nur im idealsten Fall machbar ist, und zwar mit Lasertechnik! Die
Annahme, dies sei mit den Methoden der Cheops-Zeit möglich gewesen, gehört in
den Bereich der Phantasie.
Bleiben wir
vorerst bei der Untersuchung der Fugen. Geht man davon aus, in der Basis sei
der Urzoll als Maßeinheit verborgen, dann entsprechen 1/50 Zoll einem Wert von:
0,0508001016002032004064......
cm
Auch dieser
Wert enthält wieder eine Verdopplungsfolge, dieses Mal auf Basis der 508.
Nehmen wir an, dieser Wert sei tatsächlich das „Planungsmaß“, so stoßen wir auf
weitere überraschende Erkenntnisse. Die Summe aller 127 Fugen führt zu einem
Maß von 6,451612903225... cm. Teilt man diesen Wert durch den neu berechneten
Urzoll, erhält man den heute verwendeten Wert von 2,54. Daraus kann man
wiederum schlußfolgern, daß
die Summe aller Fugen gleich dem Produkt aus Urzoll und heutigem Zoll ist.
2,54 × 1 Urzoll = 6,451612....
Das heißt, daß
an der Basis sowohl der heute gebräuchliche Zoll als auch der theoretisch
richtige Zoll enthalten ist!
Dies wiederum
bedeutet, daß die Planer der Pyramide gewußt haben müssen, daß die
Menschheit über einen langen Zeitraum mit dem Zoll-Wert von 2,54 cm rechnen
wird, ehe sie den tatsächlich richtigen Wert, den „Urzoll“, auf Basis einer
Zahlenproportion erkennt.
Aber selbst
das ist noch nicht die letzte enthaltene Weisheit. Die Quadratwurzel aus der Summe
aller Fugen ergibt einen mathematisch äußerst ungewöhnlichen Wert. Dieser Wert
lautet:
Nicht ohne
Grund habe ich die Zahl in dieser Länge dargestellt, weil der tiefe Sinn erst
über ausreichend viele Ziffern zu erkennen ist. Teilt man diesen Wert durch 102
und betrachtet die Zahlenfolge in Sechser-Gruppen, offenbart sich ein weiteres
Geheimnis.
(0) / 025400 / 025400 / 038100 /
063500 / 111125 / 200025 / ...
Dividiert man
jede nachfolgende Gruppe nach einem vorgegebenen Prinzip durch die
vorhergehende Zahlengruppe, entsteht die in Tabelle 4 gezeigte
Quotientenfolge:
Tabelle 1: Die verborgene Quotientenfolge in der Basis der
Cheops-Pyramide
|
6-er Gruppe |
025400 |
025400 |
038100 |
063500 |
111125 |
200025 |
... |
|
Division |
|
|
|
|
|
|
... |
|
= |
|
1,000 |
1,500 |
|
1,750 |
1,800 |
... |
|
Ergebnis |
|
= |
= |
= |
= |
= |
... |
Das Ergebnis ist mehr als nur überraschend. In einer einzigen Zahl
ist ein Zusammenhang ausgedrückt, der – als Quotientenfolge dargestellt – im
Zähler die Folge aller ungeraden und im Nenner die Folge aller natürlichen
Zahlen enthält! In der Zahlenfolge, die sich im Zähler befindet, ist codiert
das Dezimalsystem enthalten, da die Summe der ersten 10 ungeraden Zahlen den
Wert 100 ergibt (1+3+5+…+17+19 = 100) und, in Fortführung dieser Formel, die
Summe der ersten 100 geraden Zahlen den Wert 10 000, usw.
Über diese
Zahlenfolge habe ich mich mit einem Doktor der Mathematik unterhalten, der
ebenfalls sehr verblüfft war. Das Kuriose ist, daß es
mittlerweile eine Unmenge mathematischer Folgen gibt, die bereits analysiert
sind und deren Bedeutung bekannt ist. Jedoch ausgerechnet diese interessante
Folge ist der Mathematik bisher unbekannt. Auch mir fehlt eine Erklärung. Wenn
ein Leser hierzu eine Lösung oder eine Idee hat, bin ich natürlich sehr
gespannt.
Mit diesen
Erkenntnissen wird ein weiterer Beweis dafür geliefert, daß
denjenigen, die mit dem Urzoll rechneten, das metrische System und auch die
Größe des Meters bekannt waren, weil diese Verdopplungsfolge nur durch die
Relation des Meters zum Zoll zustande kommt. Bei jeder anderen Größe des Meters
würde über die metrische Zahlenproportion der Zoll kleiner bzw. größer als 2,54...
cm und weder die verborgene Schlüsselzahl 127 noch der Zusammenhang über die
Fugendicke wäre erkennbar.
Aus den
bisherigen Untersuchungen kann deshalb die Aussage abgeleitet werden, daß beide Maßsysteme – sowohl unser heutiges metrisches
System als auch das System des Urzolls – ihre Gültigkeit haben, und das nicht
nur im Irdischen! An der gesetzlichen Grundlage, die das metrische System zum
Primat erhebt, werden diese Erkenntnisse sicherlich nichts ändern, es liefert
jedoch für diejenigen einen Beweis, die in unseren Urmaßen mehr als nur
willkürliche Festlegungen eines Königs des 17. Jahrhunderts sehen.