3.1. Der Zoll und die Pyramidenbasis

Mitunter gibt es Dinge, die so offensichtlich sind, daß sie leicht übersehen werden. Als ich las, die Ägyptologen hätten herausbekommen, daß die erste Schicht der Außenverkleidung der Cheops-Pyramide an einer Basisseite 128 Kalksteinblöcke besaß, war das eine Überlegung wert. Sah man hier „vor lauter Bäumen den Wald nicht“? Betrachtet man nämlich die Cheops-Pyramide von oben, zeigt sich die Situation in Abbildung 7.

Abbildung 7: Die Cheops-Pyramide von oben betrachtet und der verborgene Code der Steine und Fugen in Bezug zum Poldurchmesser der Erde

Wenn auf einer Seite insgesamt 128 Steine angeordnet sind, ist es nicht möglich, daß bei Anwendung des gleichen Prinzips auf den benachbarten Seiten ebenfalls 128 Steine vorhanden sind, denn der letzte Stein einer Reihe ist als Eckstein gleichzeitig der erste Stein der benachbarten Basisseite. Folglich muß man aus rein mathematischer Sicht schlußfolgern, daß jede Seite in Wirklichkeit nur 127 Steine besitzt. Das hat aber zur Folge, daß an jeder Seite auch 127 Fugen, also Abstände von einem Stein zum nächsten, vorhanden sind.

Ich gehe davon aus, daß diese Anzahl von Basissteinen bewußt geplant worden ist, weil hierdurch ein weiterer besonderer mathematischer Effekt eintritt. Schreibt man jeweils beide Zahlen so, wie in Abbildung 7 gezeigt, ergibt sich folgendes Bild: Die Anzahl der Steine und der Fugen von einer, zwei und vier Seiten ergänzen sich zu einer doppelten Verdopplungsfolge, und diese Zahlenfolge stimmt exakt mit der „alten“ Angabe für den Poldurchmesser überein! Dieser Durchmesser wird in der Enoch-Überlieferung mit 500 500 000 Zoll angegeben, was in der Umrechnung genau 1 271 272 542,54508... cm entspricht! In Abbildung 7 wurde in der letzten Zeile an jener Stelle ein senkrechter Strich eingefügt, bei der ein Komma stehen müßte, wenn man den Poldurchmesser in Zentimetern angibt.

Wenn diese Konstruktion kein „Zufall“ ist, bleibt nur eine Schlußfolgerung übrig: Die Planer der Cheops-Pyramide hatten Kenntnis über den Urzoll und seine Relation zum metrischen System – und haben über diese Relation den Poldurchmesser in die Basis der Großen Pyramide hineincodiert.

Ich höre bereits die Skeptiker, die in den bisherigen Ausführungen nichts anderes als mathematische Zufälle sehen wollen. Aber ich habe noch etliche Joker im Ärmel, um diese Zweifel Schritt für Schritt zu entkräften. Natürlich, es ist unbestreitbar: Wenn die Verschlüsselung des Poldurchmessers in der Basis das einzige „Kuriosum“ in dieser Pyramide wäre, würden sich all diese Ausführungen erübrigen. Aber die Verschlüsselung des Poldurchmessers der Erde ist nur einer von vielen Effekten, die die Genialität der Pyramiden-Erbauer – fast schon wie Nebeneffekte – nach sich gezogen hat. Wenn wir die Anzahl der Fugen und Steine der Basis anschauen, müssen wir uns vor Augen halten, daß wir hier nur den „Rohbau“ der Pyramide betrachten. Diese Stufen aus Kalksteinquadern waren bis vor etwa eintausend Jahren durch die Außenverkleidung verdeckt.

Und soviel kann ich schon vorwegnehmen: Es lassen sich in praktisch allen Aspekten dieser Pyramide erstaunliche Maßverhältnisse und Codierungen finden. Nicht nur die schweren Bausteine sind allesamt perfekt verarbeitet, auch die Maße des Bauwerks sind allesamt nicht zufällig gewählt. (Dies gilt auch für die anderen archaischen Pyramiden, wie „Chephren“, „Mykerinos“ usw. Wie in Kapitel 8 nachgewiesen wird, gehört auch die Rote Pyramide von Dahschur in diese Kategorie.)

Spätestens hier sollte man sich langsam ernsthaft zu fragen beginnen, ob diese Bauwerke tatsächlich das Werk von Pharaonen aus dem 3. Jahrtausend v.Chr. sind, denen nichts anderes als Kupfermeißel und andere primitive Werkzeuge zur Verfügung standen.

Gehen wir also von der Annahme aus, die bisherigen Überlegungen hätten einen tiefen Hintergrund. Dann muß man sich fragen, warum in der Basis nur in der Kombination Anzahl Steine – Anzahl Fugen diese Erkenntnisse zu gewinnen sind. Haben die Fugen, die wir in der Regel nur als eine technische Notwendigkeit betrachten, möglicherweise auch eine Bedeutung? In älteren ägyptologischen Fachbüchern (aus England) finden wir Angaben zu der Fugenbreite, logischerweise auf Basis des Zolls, während wir in Deutschland das gleiche Maß in Zentimetern angeben. An sich ist die Breite der Fuge allein einen Beitrag wert, weil wir in der heutigen Zeit mit unseren Fugen viel großzügiger umgehen. In unserer Zeit, wo Normalziegel von 24 cm Länge üblich sind, plant man 1 cm als Fuge für den Mörtel ein. Die Steine an der Basis der Cheops-Pyramide sind dagegen deutlich größer, im Durchschnitt rund 1,80 m breit und 1,46 m hoch, während die Tiefe variiert. Bei dieser Größe müßte man annehmen, daß der Fugenabstand größer ist. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Die Fugen sind 1/50 Zoll oder circa 0,05 cm breit, das ist rund ein halber Millimeter! Auf beiden Seiten eines Steines wären demzufolge maximal ¼ mm Toleranz zulässig – und das bei rund 1,46 m Höhe und einer Tiefe bis zu 3,35 m (abgeleitet aus den Zeichnungen von Petrie). Diese Messungen sind bereits seit über 120 Jahren bekannt, und dennoch glauben die meisten Ägyptologen (die mit Steinbearbeitung leider nicht die geringste persönliche Erfahrung haben), es sei möglich, diese Genauigkeit mit Kupferwerkzeugen zu erreichen! Das Schwierige an dieser Arbeit ist nicht nur, eine glatte Fläche zu erreichen, sondern darüber hinaus auch, an jedem Punkt der bis zu 4,6 m² großen Seitenflächen den gleichen Abstand zu der gegenüberliegenden Fläche einzuhalten, wobei auf jeder Seite des Steines eine maximale Toleranz von ¼ mm eingehalten werden mußte! Wer sich nur annähernd im Bauwesen auskennt, weiß, daß dies selbst in der heutigen Zeit nur im idealsten Fall machbar ist, und zwar mit Lasertechnik! Die Annahme, dies sei mit den Methoden der Cheops-Zeit möglich gewesen, gehört in den Bereich der Phantasie.

Bleiben wir vorerst bei der Untersuchung der Fugen. Geht man davon aus, in der Basis sei der Urzoll als Maßeinheit verborgen, dann entsprechen 1/50 Zoll einem Wert von:

0,0508001016002032004064...... cm

Auch dieser Wert enthält wieder eine Verdopplungsfolge, dieses Mal auf Basis der 508. Nehmen wir an, dieser Wert sei tatsächlich das „Planungsmaß“, so stoßen wir auf weitere überraschende Erkenntnisse. Die Summe aller 127 Fugen führt zu einem Maß von 6,451612903225... cm. Teilt man diesen Wert durch den neu berechneten Urzoll, erhält man den heute verwendeten Wert von 2,54. Daraus kann man wiederum schlußfolgern, daß die Summe aller Fugen gleich dem Produkt aus Urzoll und heutigem Zoll ist.

2,54 × 1 Urzoll = 6,451612....

Das heißt, daß an der Basis sowohl der heute gebräuchliche Zoll als auch der theoretisch richtige Zoll enthalten ist!

Dies wiederum bedeutet, daß die Planer der Pyramide gewußt haben müssen, daß die Menschheit über einen langen Zeitraum mit dem Zoll-Wert von 2,54 cm rechnen wird, ehe sie den tatsächlich richtigen Wert, den „Urzoll“, auf Basis einer Zahlenproportion erkennt.

Aber selbst das ist noch nicht die letzte enthaltene Weisheit. Die Quadratwurzel aus der Summe aller Fugen ergibt einen mathematisch äußerst ungewöhnlichen Wert. Dieser Wert lautet:

 

Nicht ohne Grund habe ich die Zahl in dieser Länge dargestellt, weil der tiefe Sinn erst über ausreichend viele Ziffern zu erkennen ist. Teilt man diesen Wert durch 102 und betrachtet die Zahlenfolge in Sechser-Gruppen, offenbart sich ein weiteres Geheimnis.

(0) / 025400 / 025400 / 038100 / 063500 / 111125 / 200025 / ...

Dividiert man jede nachfolgende Gruppe nach einem vorgegebenen Prinzip durch die vorhergehende Zahlengruppe, entsteht die in Tabelle 4 gezeigte Quotientenfolge: 

Tabelle 1: Die verborgene Quotientenfolge in der Basis der Cheops-Pyramide

6-er Gruppe

025400

025400

038100

063500

111125

200025

...

Division

 

...

=

 

1,000

1,500

1,750

1,800

...

Ergebnis

 

=

=

=

=

=

...

Das Ergebnis ist mehr als nur überraschend. In einer einzigen Zahl ist ein Zusammenhang ausgedrückt, der – als Quotientenfolge dargestellt – im Zähler die Folge aller ungeraden und im Nenner die Folge aller natürlichen Zahlen enthält! In der Zahlenfolge, die sich im Zähler befindet, ist codiert das Dezimalsystem enthalten, da die Summe der ersten 10 ungeraden Zahlen den Wert 100 ergibt (1+3+5+…+17+19 = 100) und, in Fortführung dieser Formel, die Summe der ersten 100 geraden Zahlen den Wert 10 000, usw.

Über diese Zahlenfolge habe ich mich mit einem Doktor der Mathematik unterhalten, der ebenfalls sehr verblüfft war. Das Kuriose ist, daß es mittlerweile eine Unmenge mathematischer Folgen gibt, die bereits analysiert sind und deren Bedeutung bekannt ist. Jedoch ausgerechnet diese interessante Folge ist der Mathematik bisher unbekannt. Auch mir fehlt eine Erklärung. Wenn ein Leser hierzu eine Lösung oder eine Idee hat, bin ich natürlich sehr gespannt.

Mit diesen Erkenntnissen wird ein weiterer Beweis dafür geliefert, daß denjenigen, die mit dem Urzoll rechneten, das metrische System und auch die Größe des Meters bekannt waren, weil diese Verdopplungsfolge nur durch die Relation des Meters zum Zoll zustande kommt. Bei jeder anderen Größe des Meters würde über die metrische Zahlenproportion der Zoll kleiner bzw. größer als 2,54... cm und weder die verborgene Schlüsselzahl 127 noch der Zusammenhang über die Fugendicke wäre erkennbar.

Aus den bisherigen Untersuchungen kann deshalb die Aussage abgeleitet werden, daß beide Maßsysteme – sowohl unser heutiges metrisches System als auch das System des Urzolls – ihre Gültigkeit haben, und das nicht nur im Irdischen! An der gesetzlichen Grundlage, die das metrische System zum Primat erhebt, werden diese Erkenntnisse sicherlich nichts ändern, es liefert jedoch für diejenigen einen Beweis, die in unseren Urmaßen mehr als nur willkürliche Festlegungen eines Königs des 17. Jahrhunderts sehen.