1.     Die Skepsis als Motor der Erkenntnis

Der Mensch würde im Gewohnten und Vorgegebenen stehen bleiben, wenn er nicht eine bestimmte Grundeigenschaft besitzen würde: die Neigung, Fragen zu stellen und skeptisch zu sein. Was läßt uns immer wieder fragen, ob dieses oder jenes möglicherweise nicht stimmt, ob etwas wirklich korrekt interpretiert wurde, ja ob etwas nicht schlicht und einfach falsch ist? Ist uns der Skeptizismus angeboren, oder ist er nur eine notwendige Eigenschaft, die es uns überhaupt erst ermöglicht, Fortschritt zu machen? Was wäre, wenn wir nicht skeptisch wären, also einfach alles glauben würden, was uns einerseits überliefert oder andererseits von der Wissenschaft vermittelt wird? Würden wir dann noch glauben, daß die Erde flach ist und im Mittelpunkt unseres Sonnensystems steht? Ich glaube, der gesunde Skeptizismus gehört einfach zu uns Menschen, weil er uns geistig wachsen läßt.

Der Inhalt dieses Buches konnte ebenfalls nur entstehen, weil ich mir selbst Fragen stellte und festgefahrene, von der Wissenschaft sanktionierte Thesen anzweifelte, weshalb ich zu „bohren“ anfing. Das Hauptanliegen dieses Buches sollte sich ursprünglich den folgenden Fragen widmen:

·        Woher kommen unsere alten, überlieferten Maße?

·        Gab es bereits ein höheres Wissen auf unserer Erde?

·        Liegt in diesen Maßen ein Wissen verborgen, das wir bis heute nur deshalb nicht entdeckt haben, weil wir nicht danach suchten?

Wäre ich lediglich auf die Beantwortung dieser Fragen eingegangen, bliebe der Stoff dieses Buches relativ trocken. In Fortführung dieser ersten Gedanken kamen anschließend einige sehr brisante Fragen hinzu:

·        Was wußten die alten Ägypter und die Vorfahren der Mayas?

·        Haben sie in ihren Bauwerken „etwas“ versteckt, das wir erst in der aktuellen Zeit mit unserem heutigen Denken entdecken können?

·        Ist das in diesen Bauwerken verborgene Wissen nur ein einfaches Wissen der damaligen Zeit, oder übersteigt es hinsichtlich seiner Qualität möglicherweise sogar unser heutiges Wissen?

In der Welt der Archäologen gibt es gegenwärtig einen großen geistigen Trennstrich zwischen den Pyramiden Mittelamerikas und Ägyptens. Bisher wurden keine Beweise gefunden, die eine mögliche Verbindung überzeugend nachweisen konnten. Daß gerade über die verwendeten Maße und außergewöhnlichen Geometrien ein Bindeglied gefunden wird, war anfangs nicht zu erwarten. Auf den ersten Blick mag eine solche Themenstellung wegen der erforderlichen mathematischen und geometrischen Aussagen manchen Leser erschrecken, aber dieses Thema ist mit soviel Brisanz gewürzt, daß es bei weitem kein fades Hauptgericht wird. Zahlen kann man auch anders interpretieren, als wir es von der Schule her gewohnt sind. Insofern wird diese Mathematik und Geometrie mit altem, mystischem Geheimwissen begleitet, wodurch die ursprüngliche Bedeutung der Jahrtausende alten Pyramiden überhaupt erst richtig erkannt werden kann.

Mit diesem Thema begibt man sich jedoch auf ein Terrain, das – trotz aller Wissenschaftlichkeit – mit vielen Vorurteilen behaftet ist. Hat man nicht schon Unmengen von Theorien gehört oder gelesen, mit denen über die verschiedensten Berechnungen alles Mögliche und Unmögliche bewiesen werden sollte? Ist es nicht gerade die Mathematik und Geometrie, die man beide in der Vergangenheit oft genug „vergewaltigt“ hat, um vorgestellten Theorien Beweiskraft und Seriosität zu verleihen? Insofern ist es verständlich, wenn ein Skeptiker sarkastisch bemerkt: „Ich weiß schon: Wenn man die Länge des Schnürsenkels mit der Fläche der Schuhsohle multipliziert, erhält man die Höhe des Sarkophags in der Cheops-Pyramide!“

Mit solchen Vorbehalten – obwohl sie manchmal auch nicht ganz unberechtigt sind – kann man jede Theorie von vornherein lächerlich machen. Demgegenüber muß man sich fragen, warum im Verlaufe der Geschichte Menschen immer wieder versucht haben, besonders in jenen Bauten, die von einem Hauch des Mystischen umgeben sind, eine verborgene Ordnung zu finden. Deshalb werden einige Bauwerke des Altertums auch als „Weltwunder“ bezeichnet, wobei diese Einstufung insbesondere für die Pyramiden zutrifft. Diese ragen sogar unter den klassischen sieben Weltwundern hervor: Sie sind die (mit Abstand!) ältesten Weltwunder-Bauten, und zugleich sind sie einzigen, die heute noch stehen. Bei den Pyramiden ist nicht geklärt, wie sie wirklich erbaut worden sind, weshalb über dieses Rätsel bis zum heutigen Tag immer wieder neue Theorien aufgestellt werden. Der Begriff „Weltwunder“ hat sich deshalb im Sprachgebrauch eingebürgert, auch wenn er der Wissenschaft nicht gefällt, denn schließlich, so heißt es laut offizieller Meinung, gibt es keine Wunder; jedes „Wunder“ lasse sich logisch erklären.

Aber hier fängt der Denkfehler bereits an. Wenn wir alles logisch erklären könnten, warum wird dann überhaupt noch Forschung betrieben, sogar im Bereich der „unbekannten Phänomene“ – von denen es anscheinend doch noch einige gibt? So brachte z.B. im Januar 2005 ein deutscher Fernsehsender in publikumswirksamer Sendezeit einen Beitrag über einen jungen Mann, der unter Kontrolle des Fernsehsenders wildfremde Menschen auf der Straße ansprach und ihnen ohne großes Überlegen auf den Kopf zusagte, was sie in den nächsten Stunden vorhaben und wohin sie gehen wollen, wobei er ergänzend auch noch einige persönliche Dinge aus dem Leben dieser Menschen erwähnte. Er selbst erklärte, er habe diese Informationen in ihren Gedanken gelesen, wobei die zufällig Angesprochenen – mit größtem Erstaunen, ja mit Fassungslosigkeit – die Richtigkeit seiner Aussagen bestätigten. Hätte man Wissenschaftler vorher mit diesem Phänomen, das es gemäß ihren Theorien gar nicht geben dürfte, konfrontiert, hätten sie mit Sicherheit die reale Möglichkeit eines solchen treffsicheren Ergebnisses ausgeschlossen. Was ist das also für ein Wunder, das es rein theoretisch nicht geben kann und praktisch doch nachgewiesen wurde?

Die Menschheit ist heute sehr stolz darauf, daß sie mit Hilfe des Verstandes faszinierende Leistungen in Wissenschaft und Technik vollbringen kann. Materialistisch eingestellte Wissenschaftler meinen dabei unbewußt, sie hätten all diese Erkenntnisse unter Einsatz der linken Gehirnhälfte gewonnen.

Es ist bereits Allgemeinwissen, daß die linke Gehirnhälfte mit der rechten Körperseite in Verbindung steht und den logischen Fähigkeiten des Menschen zugeordnet wird. Die rechte Gehirnhälfte ist demnach mit der linken Körperhälfte, auf der sich das Herz befindet, verbunden und wird dem emotionalen und intuitiven Aspekt des Menschen zugeordnet. Männer arbeiten überwiegend mit der linken Gehirnhälfte (es gibt auch Ausnahmen), Frauen im Regelfall mehr mit der rechten Hälfte. Wir betrachten dies als selbstverständlich, schließlich unterscheiden sich die Männer auch im Äußeren deutlich von den Frauen. Aber ist das wirklich auch richtig und normal, daß wir eine Gehirnhälfte vernachlässigen und die andere nur bei Bedarf stärker fordern? Wäre die einseitige Benutzung normal, warum hat die „Natur“ dann beide Geschlechter mit gleich großen Gehirnhälften geschaffen? Daß in unserer einseitig rationalen Denkwelt ein Denkfehler liegen könnte, wird meist nicht in Betracht gezogen.

Über viele Jahre hinweg war es eine festgefahrene Annahme der Männer, daß die rechte Gehirnhälfte für die wissenschaftliche Arbeit nicht ausschlaggebend sei, ja sogar einen störenden Einfluß haben könnte. Aber ist es nicht gerade die Intuition, die dem Menschen verhilft, bestehende Grenzen zu durchbrechen, um zu neuen Höchstleistungen der Erkenntnis zu gelangen? Werden in einer Firma nicht gerade besonders kreative Mitarbeiter gern gesehen, die neue, ungewöhnliche Ideen entwickeln und somit der Firma einen Vorsprung vor den Konkurrenten verschaffen? Heute wird mehr und mehr akzeptiert, daß die rechte Gehirnhälfte ein ungewöhnlich hohes Potential für Kreativität besitzt und daß ohne Kreativität auf dem Weltmarkt nichts mehr zu erreichen ist. Mit anderen Worten, wir akzeptieren zunehmend, daß wir nicht umsonst zwei Gehirnhälften haben, die uns ein zusätzliches Potential verschaffen, wenn wir sie im richtigen Gleichklang benutzen.

Das vorliegende Buch wird verdeutlichen, daß wir das Wesen der alten Kulturen einschließlich ihrer Bauwerke nur dann richtig verstehen können, wenn wir bereit sind, beide Gehirnhälften als gleichwertig zu akzeptieren. Daß der Leser mit diesem Effekt konfrontiert wird, ist beabsichtigt.

Nach all den aufgerollten Erkenntnissen werden wir uns schließlich die Frage stellen müssen: Muß die Geschichte der Menschheit neu geschrieben werden? Diese welterschütternde Frage konnte von der Wissenschaft bisher stets abgeschmettert werden. Es soll hier am Anfang keinesfalls eine Antwort auf diese Frage gegeben werden, der Leser möge sie aber im Hinterkopf behalten und dabei die vorgestellten Ideen und Erkenntnisse mit den vorherrschenden Theorien vergleichen.

Ganz eng mit dieser explosiven rhetorischen Frage verbunden ist auch die Frage nach der Herkunft unseres Dezimalsystems und unseres metrischen Systems. Das metrische System wird durch das Dezimalsystem, das Zehnersystem, bestimmt. Verwenden wir dieses System, weil wir zehn Finger haben, oder haben wir zehn Finger, weil das Dezimalsystem eine kosmische Vorgabe ist? Wissenschaftler mögen hier entgegnen, daß die Beantwortung einer solch heiklen Frage nichts mit Wissenschaft zu tun habe, sondern in religiösem Denken ende. Warum jedoch soll man hier der Skepsis gegenüber skeptisch sein? Kritische Fragen, wie die oben gestellten, könnten vielleicht etwas ganz Aufregendes, Überraschendes ans Tageslicht bringen, etwas, das die Wissenschaft sogar ins Staunen versetzen und zu einem Überdenken orthodoxer Vorstellungen anregen könnte? Hier an dieser Stelle möchte ich nur so viel sagen: Durch die Fakten, die ich im vorliegenden Buch präsentiere, werden die herkömmlichen Ansichten über dieses Thema (und über die verwandten Themen) mehr als nur hinterfragt! Parallel dazu werden anhand antiker bzw. archaischer Bauwerke Beweise angeführt, die dem Leser die neuen Erkenntnisse bildhaft und verständlich vor Augen führen. Wir werden tief in das in Stein manifestierte Wissen der Pyramiden von Ägypten und Mittelamerika eintauchen und dabei eine Reihe von bisher ungelösten Rätseln lösen, wie zum Beispiel den Code des „Sarkophags“ in der Cheops-Pyramide.

Den Leser lade ich nun ein, mit mir eine Reise zu unternehmen, auf der wir Meilensteinen der Wissenschaft, der Mystik und des geheimen Wissens begegnen. Diese Bereiche des menschlichen Lebens sind heute weitgehend getrennt oder schließen sich sogar gegenseitig aus, doch im Verlauf unserer Reise wird immer deutlicher werden, daß man sie nicht trennen kann und auch nicht trennen sollte.

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